Jusos Heidelberg

Großer Erfolg für die Jusos Heidelberg

Am vergangenen Samstag haben wir auf dem Landesparteitag der SPD BW unseren Antrag für einen Anspruch auf bezahlte Menstruationsfreistellung eingebracht. Nachdem unser Antrag im Kreisverband der SPD Heidelberg angenommen wurde, stand er nun auch auf Landesebene zur Debatte.

Menstruierende Personen sind in der Regel einmal monatlich 5-7 Tage von der Menstruation betroffen. 75% der menstruierenden Personen haben mit leichten bis stärkeren Beschwerden zu kämpfen. 10% haben so schwere Beschwerden, dass sie ihren Beruf und Alltag nicht mehr wie gewohnt meistern können. Obwohl die Menstruation ein ganz natürlicher Vorgang ist, wird sie und die mit ihr einhergehenden Beschwerden in unserer Gesellschaft tabuisiert und klein geredet.

Stattdessen wird Betroffenen geraten „die Zähne zusammen zu beißen“ oder ihnen wird vorgeworfen hysterisch zu sein. Als Lösung bleibt nur die Krankmeldung oder ein Arbeiten unter dem Einfluss von Schmerzen oder starker Schmerzmittel.

Die Krankmeldung ist jedoch keine gute Alternative zur Menstruationsfreistellung, da nicht alle Beschwerden auch eine Krankheit darstellen. Das zeigt ein Bild von gesunden nicht menstruierenden und kranken menstruierenden Körpern, das wir ändern müssen.

Wir forderten in unserem Antrag daher einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für 1-3 Tage pro Monat bei Menstruationsbeschwerden.

Voraussetzung soll ein jährlich ausgestelltes Attest sein, das entsprechende Beschwerden attestiert. Dabei soll der Anspruch auf Menstruationsfreistellung neben der Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit stehen. Er gibt damit Betroffenen ein Wahlrecht, ob sie von der Menstruationsfreistellung mit jährlichem Attest oder in jedem einzelnen Fall von einer Krankmeldung ohne Nennung von Gründen Gebrauch machen.

Wir freuen uns sehr, dass der Antrag auf dem Landesparteitag angenommen wurde!

Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung der Menstruation!